Besuch bei der Sanitätspolizei Bern

imagesC5AM7NB1  Am Samstag 29. November 2014 hat die   
  Vereinsleitung des Turnvereins Bümpliz die  
  Sanitätspolizei Bern in ihrem neuen Gebäude
  an der Murtenstrasse 111 besucht.
  Andrea Stalder, eine junge, kompetente
  Rettungssanitäterin führte uns durch das neue 
  Gebäude. Als Einstieg wurde uns ein Film über
  die Sanitätspolizei und deren Aufgaben gezeigt.

Die Sanitätspolizei ist ein Berufsrettungskorps mit zirka 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Trotz der Bezeichnung „Sanitätspolizei" und die Einbindung in die Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie haben die Mitarbeiter keine polizeiliche Aufgaben.

Die Sanitätspolizei ist verantwortlich für alle Unfall-, Notfall- und Krankentransporte in der Region Bern. Das Einzugsgebiet umfasst 41 Gemeinden mit rund 320'000 Einwohnern. Sie ist auch verantwortlich für den Betrieb der kantonalen Sanitäts-Notrufnummer 144. Weitere Dienstleistungen sind:

- Sanitätsdienstliche Gesamtkoordination bei Grossanlässen (z.B. Grand-Prix von Bern)
  und Katastrophen

- Wasserrettung durch Rettungstaucher

- Ausbildungskurse für Polizeikorps, Wehr- und Rettungsdienste

Im Jahr 2013 wurden Sie zu 16'854 Einsätzen gerufen, das sind durchschnittlich 46 pro Tag. Wie uns Andrea Stalder aus ihrer Erfahrung erzählt, sind es im Stadtgebiet viele Bagatell-Einsätze, zu der sie gerufen werden. Aus dem Landgebiet aber wird die Notrufnummer 144 oft erst als letztes Mittel in Anspruch genommen und meistens sind das dann auch die schwierigen Fälle.

Auf dem Rundgang durch das neue Gebäude, werfen wir auch einen Blick in die Einsatzzentrale. Diese ist rund um die Uhr besetzt und hier wird auch über die Dringlichkeit der gemeldeten Fälle entschieden. Natürlich gibt es auch weniger hecktische Tage und Nächte. Im Untergeschoss besichtigen wir eine gut eingerichtete Schreiner-, eine Schlosser- und eine kleine Autowerkstatt, wo die Angestellten sich die Wartezeiten zwischen ihren Einsätzen überbrücken können.

Auch staunen wir über die grosse Apotheke. Eine riesige Auswahl an Medikamenten, Verbands- material und Geräten ist da vorhanden. Nach jedem Einsatz wird hier die Ausrüstung ergänzt und über abgegebene Geräte und Medikamente genau Protokoll geführt. Vor allem die Fahrzeughalle weckt grosses Interesse. Wir dürfen uns hinter das Steuerrad eines Einsatzwagens setzen und die Patienten-Koje besichtigen. Wir heben die Notfallausrüstung und staunen über dessen Gewicht. Ein Sanitäter muss über eine gute Kondition verfügen, um dieses Gewicht zu schleppen! Diese Grund-ausrüstung geht immer mit, ob der Einsatz auf die Strasse führt, oder in ein Wohnhaus in den 4. Stock ohne Lift.

Auch der Einsatz vom Jakobshorn kommt zur Sprache. Viele Leute ärgern sich über dessen Einsatz zu nachtschlafender Zeit. Nun hören wir von der Fachstelle, dass der Einsatz vom Jakobshorn sogar Pflicht ist also Vorschrift, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Auch Geschwindigkeits- überschreitungen der Sanitätspolizei wird geahndet, auch im Ernstfall. Die Busse muss vom jeweiligen Fahrer auch selbst bezahlt werden. Und ich dachte immer, dass ein Rettungsfahrzeug im Einsatz absolute Freiheiten auf den Strassen geniesst!

Nach zirka zwei Stunden Rundgang verabschieden wir uns mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen. Wir zollen der Arbeit der Sanitätspolizei grosse Achtung und wünschen der ganzen Crew alles Gute.

Anschliessend dislozierten wir zu "Pizza Master" (Inserent) zum Apero und später trafen wir uns alle im Restaurant Sternen, ebenfalls ein Inserent, zum gemeinsamen Nachtessen und Gedanken-
austausch.
M. Siegenthaler

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